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Trend zu Premiummarken

DIE CHAMPAGNE HAT MIT SINKENDEN VERKAUFSZAHLEN ZU KÄMPFEN. DEL FABRO-SCHAUMWEIN-EXPERTIN DANIELA FLECK ERKLÄRT DIE HINTERGRÜNDE UND IST SICHER, DASS ES SCHNELL WIEDER AUFWÄRTS GEHT.

ABSATZKRISE? In der Champagne läuten seit Ende des Jahres 2018 die Alarmglocken. Der Verkauf sank von 307 Mio. Flaschen Champagner im Jahr 2017 auf 302 Mio. Flaschen im Vorjahr. Da der Umsatz aber praktisch gleich geblieben ist, sieht Daniela Fleck, Schaumwein-Expertin bei Del Fabro, einen klaren Trend zu Premiumprodukten und Qualität.

PROSTILLON: Aktuelle Zahlen besagen, dass die Champagne im letzten Jahr um 5 Millionen Flaschen weniger verkauft hat! Hat eine tolle Flasche Champagner ihren Reiz verloren?

DANIELA FLECK: Das kann man nicht sagen. Es stimmt zwar, dass es im abgelaufenen Jahr in der Champagne einen absoluten Tiefpunkt an verkauften Flaschen gab. Der Verkauf lag im Jahr 2018 bei 302 Mio. Flaschen Champagner – damit erreichte man in etwa die Zahlen von 2009, dem Jahr der großen Finanzkrise. Allerdings ist dabei der Umsatz praktisch gleich geblieben. Das heißt, es hat vor allem im Einstiegsbereich bei Haus-Cuvees bzw. Standard-Bruts einen ziemlichen Einbruch gegeben, aber die Premiumprodukte wurden weiterhin unvermindert gekauft. Der Konsument schaut also mehr auf High-End-Marken und Qualität – der gleichbleibende Umsatz wurde durch den Verkauf von Markenflaschen und eine erhöhte Nachfrage nach teuren Produkten erreicht.

PROSTILLON: Die Verkaufszahlen gingen vor allem in Frankreich und in Großbritannien zurück – wie sieht die Lage in Österreich aus?

 

FLECK: In Großbritannien kann man die Rückgänge auf die ungewisse Lage rund um den Brexit zurückführen. Die Briten schauen einfach mehr aufs Geld. In Frankreich ist der Rückgang doch eher eine Überraschung, da die Franzosen immer gerne eine gute Flasche Champagner genießen. In Österreich musste man ebenfalls kleinere Einbußen im Einstiegsbereich hinnehmen, was hierzulande vor allem auf den Boom im Segment der Proseccos zurückzuführen ist.

PROSTILLON: Worauf ist dieser Prosecco-Boom in Österreich zurückzuführen?

FLECK: Ich denke, dass Herr und Frau Österreicher gerne zum Prosecco greifen, weil es ganz einfach die günstigere Variante von Schaumwein ist. Auch in der heimischen Gastronomie wird ebenfalls eher Prosecco als Champagner angeboten, da sich der Prosecco in einem Preisbereich bewegt, der – vor allem glasweise – viel besser zu kalkulieren ist. Eine Flasche Prosecco ist doch um einiges billiger als der edlere Champagner. Auch die „Schaumwein- Steuer“ ist in Österreich ein Thema, geht dabei ein Euro pro Liter an den Fiskus. Das kann man sich, abhängig vom Druck in der Flasche, bei Prosecco eventuell ersparen.

PROSTILLON: Werfen wir einen Blick in die Zukunft. Schlittert die Champagne weiter in die Krise oder wird es wieder aufwärts gehen? 

FLECK: Ich bin mir sicher, dass es schnell wieder aufwärts gehen wird. Allein durch den kommenden Jahrhundert-Jahrgang sind steigende Zahlen sowohl im Verkauf als auch im Umsatz bereits vorprogrammiert. 

Kolarik & Leeb Marketing
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