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DAS „DINGELSTEDT 3“ BEWEIST, DASS KLASSISCHE WIENER KÜCHE ABSOLUT „IN“ IST, WENN WIENER TRADITION MODERN INTERPRETIERT WIRD.

GASTRO-TREND. Das Eckgasthaus in der Dingelstedtgasse im 15. Bezirk neben der fotogenen Kirche Maria vom Siege hatte schon viele Besitzer. Lange Zeit befand sich hier der Kirchenwirt. Nachdem der 2012 zusperrte, stand es erst einmal jahrelang leer. Letztes Jahr versuchte das On Sud mit asiatisch-mediterraner Küche ein neues Publikum anzuzie- hen – und scheiterte. Schon nach wenigen Monaten machte der Laden dicht. Nun versucht ein dynamisches Trio dem Grätzel mit neu interpretierter traditioneller Wiener Küche dem Platz neues Leben einzuhauchen – und es sieht ganz danach aus, als würde das Konzept aufgehen.

LOCAL HEROES

Jakob Jensen, Andreas Döcler und Eduard Peregi sind gute Freunde. Jakob und Andreas leiten das Dingelstedt 3 als die neuen Geschäftsführer, Edi hilft mit seinem Know-how aus. Ihm gehören im 15. Bezirk bereits zwei Gastronomiebetriebe – das Gasthaus Quell und das Eduard. Er war skeptisch, als er anfangs von der Idee der Übernahme des Konkurslokals erfuhr. Jakob war auf den Leerstand aufmerksam geworden. Der 32-Jährige ist ein waschechter Fünfhauser und um die Ecke des Lokals aufgewachsen. „Ich kenne es noch, als es der Kirchenwirt war. Ein klassisches Wiener Wirtshaus mit großer Stammkundschaft.“ Er hatte Lust, dem Viertel wieder die alte Lebendigkeit zurückzugeben. Jakob war lange in der Hotellerie tätig, ehe er nach einer Art „Midlife-Crisis“ innerhalb von eineinhalb Jahren mehrmals in verschiedene Jobs wechselte. „Da habe ich begriffen, dass mir die Gastronomie am besten gefällt.“ Also informierte er seine Kumpels von seiner Idee. Genau wie Edi war auch Andreas nicht gerade begeistert. „Ich war in Edis Lokal Küchenchef, aber als wir drei das Ecklokal mit unseren eigenen Augen sahen, wussten wir, dass wir es machen.“ Es gab nicht viel umzubauen, und so waren die Rollen rasch verteilt: Andreas leitet die Küche, Jakob ist für Service und Management zuständig. 

Lieferant Philipp Gombas und die Dingelstedt3-Chefs Andreas Döcler und Jakob Jensen
stoßen auf gute Zusammenarbeit an.

DAS RICHTIGE KONZEPT

Der ursprüngliche Plan sah eine asiatische Fusionsküche vor, vor allem, weil Edi immer schon von einem Sushi-Lokal geträumt hatte. Aber dann entschied sich das Trio doch für die klassische Wiener Küche mit modernem Einschlag, um nicht das gleiche Schicksal zu erleiden wie das On Sud. Den asiatischen Einfluss gibt es dennoch zu entdecken, etwa bei der Wiener Blunzen, die im Wan-Tan-Teig gebacken wird. „Wir haben uns durchaus bei Anrainern umgehört, welche Lokal-Bedürfnisse sie haben“, erzählt Jakob von der Konzeptfindung. „Wir glauben, dass unser Konzept genau das Richtige für diese Ecke des 15. Bezirks ist.“ Die Gästemischung ist bunt: älteres Publikum, das rund um den Kirchenplatz schon lange zu Hause ist. Gleichzeitig ziehen immer mehr junge Menschen in die Gegend. Die umliegenden Hostels bringen junge Touristen und die Geschäfte um das Bahnhofsviertel viele Büroangestellte und Start-ups. Wiener Hausmannskost in modernem Gewand scheint der beste Kompromiss für alle zu sein.

SPEED-MENÜ

Je nach Tageszeit zeigt das Dingelstedt 3 zwei unterschiedliche Gesichter. „Unser Mittagstisch spricht die Büromenschen aus der Umgebung an, die nur eine beschränkte Mittagspause haben“, erklärt Jakob. „Unsere Menüs beinhalten zwei bis drei Gänge und werden ab Bestellung maximal zehn Minuten später zugleich serviert.“ Montag und Mittwoch gibt es Fleisch, Dienstag und Donnerstag Vegetarisches. „Wenn’s mal schnell gehen muss.“ Ganz anders am Abend. Da steht die Gemütlichkeit im Vordergrund. Warme Küche gibt’s bis 22.30 Uhr, kleine Speisen bis zur Sperrstunde um Mitternacht.

Info: www.dingelstedt3.at

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