Zurück

Biergenuss im Wohnzimmer

BIER & BURGER. Schon das „schwarze Brett“ neben dem Eingang zum „Hawidere“ in der Ullmannstraße 31 in Wien-Fünfhaus verrät dem Gast, was ihn erwartet. „Bier & Burger“ steht dort in großen Lettern geschrieben. Betritt man das Lokal, fühlt man sich sofort geborgen und zurückversetzt in ein altes Wiener Gasthaus. „Ja, das kommt nicht von ungefähr“, lacht Inhaber und Geschäftsführer Adalbert Windisch, der das Lokal gemeinsam mit Teilhaberin Dominique Schilk führt. „Seit den 1920er Jahren war hier ein typisches Wiener Weinhaus. Ich habe das Lokal schon als Gast gekannt und es hat mich immer fasziniert. Die Einrichtung, der 100 Jahre alte Holzboden, die Schank – fantastisch, wie ein Wohnzimmer“, erzählt der 50-jährige Wirt – und plötzlich hatte er erfahren, dass dieses Schmuckstück zu haben war. „Ich hatte den Traum vom eigenen Lokal schon immer in meinem Hinterkopf und habe diese Chance genützt und zugeschlagen“, denkt Adalbert Windisch zurück. „Einmal im Leben musst du etwas riskieren“, sagte er damals zu sich – und er bereut es bis heute nicht, ist absolut zufrieden, wie alles läuft.

"Ich habe mich immer mit Bier beschäftigt,
früher nur privat, jetzt auch beruflich."
Adalbert Windisch

DIE EIGENE NOMADENBRAUEREI

Nach der Übernahme im Jahr 2001 bekam das Lokal passend zum typisch alt-wienerischen Ambiente den Namen „Hawidere“ und aus dem Weinhaus wurde unmittelbar ein Bierhaus. „Ich habe am Interieur kaum etwas verändert, aber seit dem ersten Tag mit dem Schwerpunkt Bier gearbeitet. Am Beginn waren es sieben Fassbiere, heute sind es bereits 14 offene Biere, davon acht permanent wechselnde Craftbiere sowie eine Auswahl von über 60 Flaschenbieren“, klärt der absolute Bierliebhaber auf. „Seit jeher habe ich mich mit Bier beschäftigt. Früher nur privat, jetzt privat und beruflich. Wir waren im ,Hawidere‘ schon vor fünf Jahren echte Pioniere in Sachen Craftbier, haben den Trend erkannt und waren unter den Ersten, die eine größere Auswahl angeboten haben.“

 

Spezialbiere aus der Collabs Brewery

Die beiden Hawidere-Inhaber Dominique Schilk und Adalbert Windisch gründeten 2014 ihre eigene Nomadenbrauerei, die Collabs Brewery. „Wir besitzen kein eigenes Sudhaus, sondern wir wandern von Brauerei zu Brauerei, um dort gemeinsam mit dem jeweiligen Braumeister neue Biere zu kreieren“, erklärt Braulady Dominique Schilk. Begonnen hat alles mit dem „Domrep Pils“, das in Zusammenarbeit mit der Schremser Brauerei entstanden und zum absoluten Collabs-Flaggschiff geworden ist. Inzwischen sind mit „Sauerlump“, „Tote Tante“, „Schwarze Isabella“ sowie „Walzer & Molen“ weitere spezielle Bier-Kreationen gefolgt, die allesamt über Kolarik & Leeb bezogen werden können. Kolarik & Leeb-Verkaufsleiter Wien Fabian Bartel-Huemer: „Diese Biere sind richtig lässig – da sieht man deutlich, was entstehen kann, wenn sich verschiedene Brauereien und Braumeister austauschen.“

 

Co-Geschäftsführerin Dominique Schilk hat 2007 als einfache Servicemitarbeiterin im „Hawidere“ begonnen. Sie teilt mit Adalbert Windisch die Bierleidenschaft und ist seit sechs Jahren auch Teilhaberin. Gemeinsam haben die beiden 2014 auch die „Collabs Brewery“ gegründet. Adalbert Windisch: „Der Name kommt von Collaboration, weil wir mit verschiedenen Brauereien kooperieren. Wir haben kein eigenes Sudhaus, sondern brauen jedes unserer Biere im Stil echter Nomaden in Zusammenarbeit mit anderen Brauereien.“ Dabei hat sich Dominique Schilk als echte Braulady mit Visionen und dem Drang zu Experimenten etabliert. „Wir haben beide die Ausbildung zum Diplom-Biersommelier absolviert, aber es ist Dominique, die alle Rezepte entwickelt und die Ideen zu diesen ganz speziellen Bieren hat. Zum Beispiel ist das ,Sauerlump‘ ein saures Bier, ähnlich einer ,Berliner Weißen‘. Es wird mit Sauerampfer, wie er auf der Wiese wächst, gebraut, die ,Tote Tante‘ mit Stroh Rum, die ,Schwarze Isabella‘ mit Uhudler, das ,Walzer & Molen‘ wird in Holland gebraut und unser Flaggschiff, das ,Domrep Pils‘, ist ein klassisches Pils mit einem fruchtig-herben Aroma“, streut der gebürtige Burgenländer, der seit seinem 18. Lebensjahr in Wien lebt, seiner Braumeisterin Rosen und ist auch ein bisschen stolz, dass diese ganz speziellen Biere seit dem Sommer auch bei Kolarik & Leeb gelistet sind.

BURGER FÜR DIE GRUFT

Seit 2010 beweist das Geschäftsführer-Duo auch großes soziales Engagement und veranstaltet im „Hawidere“ alljährlich ein „Essen für die Gruft“. „Die ursprüngliche Idee der Aktion war es, den Umsatz eines Tisches im Lokal an die Gruft zu spenden. Das fand ich ein bisserl wenig, was soll dabei schon zusammenkommen? Also haben wir uns entschlossen, im ,Hawidere‘ den gesamten Tageserlös der Burger an die Gruft zu überweisen, dazu kamen noch eine Gruft-Tombola mit Spenden von Freunden und Gästen sowie ein Gruft-Bier mit einem kleinen Spenden-Aufschlag – so sind zuletzt immerhin 6.200 Euro zusammen- gekommen.“ Adalbert Windisch sieht da eine krasse Situation in Wien: „Die Gruft befindet sich ja gleich neben der Mariahilfer Straße, der größten ‚Shopping-Mall‘ der Stadt. Da sind 200 Obdachlose, die nichts zu essen haben und nicht wissen, wo sie morgen schlafen sollen, und 50 Meter weiter kaufen sich Leute um mehrere hundert Euro eine Markenjacke – das gibt einem schon zu denken. Wir waren auch schon direkt in der Gruft und haben dort über 200 Burger für die Obdachlosen gebraten. Sie glauben gar nicht, wie dankbar diese Menschen waren.“

Kolarik & Leeb Marketing
Ansprechpartner

Zurück

Diese Website verwendet Cookies. Mehr Infos